• Marco Papajewski

Kaserne Sperenberg - Hitlers Waffenschmiede

Verlassene Orte sind nicht selten die letzten Zeitzeugen von großer oder zumindest von wichtigen Geschichtsereignissen. Eines dieser Gelände, die nicht nur den zweiten und den Kalten Krieg überlebten, sondern bereits seit der Kaiserzeit bestehen, ist das Kasernengelände rund um den ehemaligen Flugplatz in Sperenberg. Erbaut wurde das Gelände unter Wilhelm I., der das Gelände wie später auch die Nazis zur Erprobung neuer und damals moderner Waffen nutzte.

Auf dem Gelände, welches in seinen Gesamtausmaßen (~25km²) in etwa so groß wie der Berliner Bezirk Mitte (~39km²) ist, befinden sich nicht nur eine alte Kommandantur und alte Kasernengebäude für circa 800 Soldaten, sondern auch noch Postgebäude, Stallungen und viele weitere Gebäude, die zum Betrieb einer autarken Kasernenstadt nötig waren.

Ebenfalls auf dem Gelände steht ein alter Bahnhof, der bis zum Endes des Kalten Krieges regelmäßig und umfassend genutzt wurde. Neben seiner strategisch wichtigen Lage und der Nähe zu West-Berlin konnten die sowjetischen Soldaten vor allem auf die gute Infrastruktur zurückgreifen, die in den Jahrzehnten zuvor Stück für Stück ausgebaut wurde.


Wichtigste Anbindung auf dem gesamten Gelände war jedoch der Flugplatz, auf dem neben Erich Honecker auch viele hohe Sowjetgeneräle ein- und ausgingen. Anlass war nicht selten eine Verschärfung der Rhetorik und Kriegsgebärden der großen Weltmächte. Für das Wohlbefinden der Generäle sorgte ein Kasino, welches heutzutage leider extrem baufällig ist.

Auch der „Führer“ gab sich hier in den 1940er Jahren die Ehre. Bekannt war das Gelände vor allem für seine Test rund um die berühmten V1- und V2-Rakete. Letztere sollte zum Ende des zweiten Weltkrieges die entscheidende Wende für Nazideutschland bringen.

Jedoch wurden bereits während des 1.Weltkriegs auf dem gesamten Gelände jährlich bis zu 35.000 Schuss Munition abgefeuert. Täglich waren zum Testen unschiedlichster Waffen bis zu zehn Tonnen Pulver notwendig. Und so wundert es nicht, dass insgesamt bis zu 3.000 Menschen ihren Tot fanden. Alleine 800 wurden nach in einem Sammelgrab entdeckt.

Von den Schießbahnen ist auf dem heutigen Kasernengelände so gut wie nichts mehr zu sehen. Die Natur hat sich das Gelände nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte im Jahr 1994 umfangreich zurückerobert.

Und so verwundert es auch nicht, dass sämtliche weiteren Gebäude und Installationen, sowie der Flugplatz weitestgehend dem Verfall preisgegeben. Auf der Haupt-Start- und Landebahn werden zurzeit verschiedene Bodenbeläge aufgebracht und Schallschutzwände von diversen Fakultäten getestet. Eine Rollbahn wird von TÜV und Dekra als Versuchsstrecke für Crash-Tests genutzt. Im Jahr 2009 ging der gesamte Militärstandort Sperenberg vom Eigentum der Bundesrepublik Deutschland in das Eigentum des Landes Brandenburg über.

Quelle: https://museum-kummersdorf.de, http://www.rottenplaces.de/main/gssd-kaserne-sperenberg-35360, https://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Sperenberg, https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/kriegsverlauf/die-wunderwaffen-v1-und-v2.html

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