• Marco Papajewski

Greifvögel einmal anders - Der Falkenhof Ravensberg

Südlich von Berlin liegt das romantische Potsdam. Ein vor allem durch die Schlösser der Hohenzollern geprägtes Städtchen. Unweit der City wiederum liegt das Naturschutzgebiet der Ravensberge. Dieses idyllische Waldgebiet ist wie geschaffen für einen Ausflug der ganz besonderen Art. Denn auf seiner zweithöchstenhöchsten Erhebung, dem großen Ravensberg, befindet sich der gleichnamige Falkenhof.

Das ehemalige Gelände der Oberförsterei Ferch wurde zur Jahrtausendwende vom "Wald-Jagd-Naturerlebnis e.V." übernommen und in eine aussergewöhnliche Wohngemeinschaft für aktuell 43 Greifvögel umgebaut. Von süßen Steinkäuzen, bis hin zu majestätischen Weißkopfseeadlern haben hier die unterschiedlichsten Greifvögel ein wirklich eindrucksvolles und artgerechtes Zuhause. Neben den Volieren, für die es in Deutschland hohe Auflagen gibt, verbringen die Vögel den Tag über unter freiem Himmel und kommen so zumindest etwas in den Genuss der Freiheit.

Ein besonderes Highlight für Besucher sind die Wanderungen, bei denen ausgebildete Falkner einem die Möglichkeit geben, in kleinen Gruppen gemeinsam mit den Vögeln durch die Wälder spazieren zu gehen.


Neben den Falknern arbeiten auf dem Gelände auch eine Reihe ehrenamtlicher Mitarbeiter, die einem für jede Frage rund um das Gefieder Rede und Antwort stehen. Von Fragen zur artgerechten Haltung der Tiere, bis hin zu Informationen zur Auswilderung; ungebildet verlässt keiner das idyllische Gelände.


Trotz aller Nähe zu den Tieren wird streng darauf geachtet, dass die Besucher nicht zu intensiv mit den Tieren interagieren oder gar streicheln. Einerseits ist natürlich der Respekt vor den Tieren zu wahren, andererseits handelt es sich zweifelsfrei um Wildtiere, die auch in der freien Natur besser nur überschaubaren Kontakt zu Menschen haben sollten.

Zweifellos erlebt die Welt noch immer einen schier unendlichen Zuwachs an Bevölkerung. In Zeiten steigender weltweiter Armut erleben auch Städte einen ungebrochenen Zulauf. Gerne wird dabei vergessen, welche Konsequenzen dies vor Allem für die Tierwelt bedeutet. Auch, wenn es der Tierwelt in Deutschland vergleichweise "gut" geht und sich auch immer mehr Wildtiere ansiedeln (Wölfe, Luchse, etc.), greifen wir nicht nur durch die steigende Urbanisierung und Lichtverschmutzung weiterhin enorm in die Lebensräume von Vögeln und anderen Wildtieren ein. Zunehmender Flugverkehr und Monokulturen in Wäldern und auf Wiesen sorgen hier nur an zwei Beispielen für einen weiterhin stark gefährten Lebensraum, gerade von Greifvögeln.


Umso wichtiger bei der Arbeit mit Tieren ist eine unverzichtbare Leidenschaft für das Wohlergehen der Tiere. Nur mit der richtigen Portion Fürsorge können diese majestätischen Tiere artgerecht gehalten und nachhaltig ausgewildert werden. Schön, dass es kleine Paradiese, wie den Falkenhof Ravensberg gibt.

Quelle: www.waldhaus-potsdam.de

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