• Marco Papajewski

Geheimobjekt "Seewerk" - Hitlers Chemiewaffenbunker

Nach unzähligen Fototouren zu verlassenen Orten, ging es für mich Anfang Juni erstmals in eine alte Bunkeranlage in der Nähe von Frankfurt (Oder). 20km östlich der deutsch-polnischen Grenzstadt liegt ein Gelände, welches zu Beginn des 2. Weltkrieges zur Produktion von N-Stoff (Chlortrifluorid) und Sarin genutzt wurde. Das als Seewerk bekannte Gelände wurde nach Ende des Krieges von der Sowjetunion übernommen und zu einer ABC-sicheren Kommandozentrale umgebaut. Hierzu wurden diverse Umbauten vorgenommen und das Gelände für die Unterbringung von Soldaten sogar erweitert.


Die Bunkeranlage umfasst dabei ein insgesamt vierstöckiges nach unten führendes Gebäude. In der obersten Ebene befand sich zur Zeit des Nationalsozialismus ein Trackt für Eisbahnen und Züge, die hier diverste Waren zur Produktion von Chemiewaffen anliefern konnten. In den darunter liegenden Ebenen befinden sich noch heute Tanks und Lagerflächen, die eine geheimnissvolle Kulisse abgeben. Neben offenen Türen und Toren, die zum Entdecken einladen, begegnet einem tatsächlich auch in 20m Tiefe noch die eine oder andere Fledermaus.


Fotografisch ist die Tour zwar sehr zu empfehlen, aber bei Weitem nicht für jeden etwas. Motive, die man z.B. in Beelitzer Heilstätten sofort erblickt, müssen hier erst gesucht und gefunden werden. Das Gesamtgelände umfasst viele tausend Quadratmeter und ist somit ziemlich weitläufig. Auch bei einem mehrstündigem Ausflug ist die Zeit sehr knapp jedes Haus und jeden Raum zu besuchen. Auch die Bunkeranlage selbst ist nicht unbedingt jedem Fotografen zu empfehlen. Voraussetzung für einen erfolgreichen Fototag sind zweifelsfrei auch eine Menge Mut und eine gesunde Abenteuerlust. Nur mit einer Taschenlampe ausgestattet und ganz auf sich alleine gestellt, bedarf es einen gewissen Einfallsreichtum, auch in 20m Tiefe auf Erkundungstour zu gehen.



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© 2020 by Marco Papajewski.