• Marco Papajewski

Das Haftkrankenhaus der Staatssicherheit

Auf dem Gelände der Untersuchungshaftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen befand sich bis 1990 das so genannte Haftkrankenhaus des Ministeriums für Staatssicherheit. Der anfangs einstöckige Bau beherbergte ursprünglich die Wäscherei und die Garagen der benachbarten Großküche. Gegen Ende der 1940er Jahre residierte hier die Verwaltung des zentralen sowjetischen Untersuchungsgefängnisses. Keine zehn Jahre später wurde das Gebäude erweitert und zu einer Krankenstation umgebaut.

Bei der letzten Erweiterung entstanden 1972 am Ostteil des Gebäudes drei Hofgangzellen, in denen die Häftlinge an die frische Luft geführt werden konnten. Die nach oben offenen Zellen waren mit einem Maschendraht abgedeckt und wurden im Häftlingsjargon als "Tigerkäfige" bezeichnet.

Betritt man das Krankenhaus, beschleicht einen sofort ein mulmiges Gefühlt. Zu DDR-Zeiten war der Ort streng geheim und wurde auf keiner Landkarte vermerkt. Nicht einmal die Menschen, die in der Nähe wohnten oder arbeiteten, ahnten, was sich hinter den stark gesicherten Gemäuern verbarg.

Die dunklen Zellen und Operationsräume in dem Haus sind inzwischen längst verlassen. Nur das fahle Sonnenlicht fällt in die stillen Räume. An den Wänden blättert die Tapete und einige Geräte haben bereits leichten Rost angesetzt.

Zwischen 21. Mai 1959 und 7. Dezember 1989 wurden insgesamt 2.694 Personen in das Haftkrankenhaus eingeliefert, 377 von ihnen mehrfach. Das behandelnde Personal bestand aus Stasi-Mitarbeitern, die eng mit den anderen Abteilungen des Staatssicherheitsdienstes zusammenarbeiteten. Eine ärztliche Schweigepflicht bestand nicht. Erhalten sind die Röntgenstation, eine Kühlkammer sowie Behandlungs-, Operations- und Laborräume.

Quelle und zitierter Text: www.stiftung-hsh.de/, www.stiftung-hsh.de/geschichte/haftkrankenhaus/, www.go2know.de/Fototouren/Das-Haftkrankenhaus-der-Stasi::371.html

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