• Marco Papajewski

Bunte Republik Neustadt 2018 - Drei Tage bunter Spaß in Dresden

Aktualisiert: 17. Juni 2019

Als Berliner gilt man deutschlandweit ja oft als hochnäsig, nicht zuletzt, weil der Berliner dazu neigt von sich zu behaupten schon alles zu kennen. Bunter und schriller als in der Hauptstadt? Gibt es nicht... Meint man. Schlussendlich haben wir neben dem Karneval der Kulturen noch die Fête de la musique, das Bergmannstraßenfest, den CSD und viele viele weitere Straßenfeste, mit denen man sich landesweit gerne rühmt. An diesem Wochenede durfte ich jedoch erleben, dass es auch Straßenfeste gibt, die fern von jedem Kommerz mit viel Liebe und Herz organisiert wurden. Eingestehen muss ich jedoch, dass dieses Fest nicht in Berlin, sondern im wunderschönen Dresden stattfand.


Eines vorweg und davor ziehe ich meinen Hut: Die Bewohner der Neustadt organisieren die Bunte Republik Neustadt (BRN) seit 28 Jahren selbst. Davon könnte sich nicht nur so manches Berliner Straßenfest eine Scheibe abschneiden. Einst als Mikronation mit eigenem Wappen und eigenen Pässen gegründet, ging die Nation zwar im wahrsten Sinne des Wortes 1993 in der Elbe baden, der Charakter des Straßenfestes blieb jedoch bis heute erhalten.

Mit ein wenig Hilfe hier und da verwandelt sich das citynahe Viertel für ein langes Wochenende in eine riesengroße Partymeile. Auf mehreren Straßenzügen finden sich dutzende Bühnen, die umringt von kleinen Ständen zum flanieren und schlendern einladen. Anders als auf "normalen" Straßenfesten, die durch immer gleiche Speisen und Getränke auffallen (oder eben nicht), ist der Charakter der BRN unverkennbar. Mit extra beantragten und vor allem auch genehmigten Ausschankgenehmigungen bieten die “Neustädter” oft ihre ganz eigenen Kreationen an Getränken und Speisen an. Von Jelly-Shots, über scharfen Mexikaner bis hin zu fernem Essen aus Nigeria oder Indien, es dürfte für jeden etwas dabei sein. Leider und das musste ich im positiven Sinne feststellen, kann ich gar nicht so viel essen, wie ich Stände besuchen wollte. Besonders imponierte mir das freundliche Miteinander. Als Berliner, soviel kann ich eingestehen, bin ich eigentlich nicht unglücklich über die Anonymität, die man grundlegend in einer städtischen Diskothek genießt. Das freundliche Miteinander der "Neustädter" war jedoch von der ersten Minute an ansteckend. Eine kleine Randanekdote: Es gibt auch Stände mit "Berliner Luft". Ich fühlte mich auf jeden Fall sofort heimisch.


Ob der Magen nun aber gefüllt wurde mit kulinarischen Spezialitäten oder nicht; spätestens dem Tanzen konnte man sich nicht entziehen. Von Straßenmusikern, bis hin zu semiprofessionellen Bands, die mit voller Leidenschaft ihr Bestes gaben, von Hip Hop über Elektro bis hin zu rockiger Musik. Irgendwie fand jeder sein Plätzchen. Auch spielte es keine Rolle, ob 20 oder 60 Jahre alt, ein jeder fand sich vor den vielen Bühnen bis in die Nacht hüpfend und springend wieder. Schade nur, dass um 1 Uhr nachts die Musik abgeschaltet werden musste. Jedoch war auch das irgendwie verschmerzbar, denn man konnte noch immer mit Freunden und deren Freunden auf der Straße bei sommerlichen Temperaturen sitzen und den Abend entspannt ausklingen lassen.


Respekt an Dresden und die Neustadt, die mit dem Fest einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben. Das dritte Juniwochenende 2019 ist damit fest eingeplant.



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