• Marco Papajewski

Berlins kunterbunte U-Bahnhöfe - U2 & U3

Siegessäule, Fernsehturm und Reichstag. All das sind wunderschöne Bauwerke und auf jeden Fall immer ein Besuch wert, vor allem, wenn man als Tourist in dieser tollen Stadt unterwegs ist. Da ich selbige Bauwerke aber schon mehrfach besucht habe und es deshalb immer wieder interessant ist, Berlin auf andere Art zu erkunden, bin ich wieder einmal an eher ungewöhnlichen Orten fotografieren gewesen. Mehr denn je, bot es sich in diesem Zusammenhang und gerade bei den aktuell heißen Temperaturen an, in den Berliner Untergrund zu verschwinden.


War ich vor einigen Wochen noch auf der nördlichen U8 unterwegs, wo der Berliner Architekt Rainer G. Rümmler viele schöne Bahnhöfe mit geschichtlichen Ideen versehen hat, besuchte ich diesmal einige Bahnsteige der U2 und U3. Beide U-Bahnlinien stechen vor allem durch ihr historisches Antlitz hervor.


Mein erster Anlaufpunkt war dabei ein echter Klassiker, der vom Architekten Wilhelm Leitgebel im Stile einer Kathedrale entworfen wurde. Relativ markant für den U-Bahnhof Heidelberger Platz sind die beiden Vorhallen am Ende des Bahnsteiges, die durch ihr wunderschönes Gewölbe hervorstechen (neuromanischer Stil). Damals noch für Dampfzüge entworfen, eröffnete der Bahnhof der heutigen U3, bereits im Jahr 1883.


Nur eine Station weiter befindet sich der Bahnhof Fehrbelliner Platz, ebenfalls entworfen von Wilhelm Leitgebel. Auffällig hier sind vor allem die vielen kleinen Kacheln an den Wänden. Gerade während der Berliner Teilung war der Fehrbelliner Platz ein hochfrequentierter Platz, weswegen der U-Bahnhof durch Rainer G. Rümmler umgestaltet wurde, um die einzelnen Bahnsteige zu entlasten.


Weiter auf meiner Tour ging es dann noch zum U-Bahnhof Deutsche Oper, der ebenfalls bereits zur Jahrhundertwende um 1906 erbaut und eröffnet wurde. Traurige Berühmtheit erlangte der Bahnhof spätestens Ende der 60er Jahre, als in unmittelbarer Nähe der Student Benno Ohnesorg durch den Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen wurde.

Ebenfalls in trauriger Erinnerung geblieben ist der Bahnhof im Jahr 2000, als während der Love Parade ein U-Bahnzug komplett ausbrannte und die Menschen nur schwerlich aus Zug und Bahnhof entkamen. Auch, wenn kein Mensch zu Tode kam, wurde im Folge der Berichterstattung bemängelt, dass einige Berliner Bahnhöfe lediglich über einen Ausgang verfügen und im Notfall keine Rettung bieten. Dieser Kritik stellten sich die Berliner Verkehrbetriebe und begannen noch im selben Jahr mit entsprechenden Planungen für betroffene U-Bahnhöfe.


Als letzten Bahnhof steuerte ich an diesem Tage den Bahnhof Klosterstraße an. Sofort auffällig ist hier vor allem der sehr breite Bahnsteig, bei dem es sich ursprünglich mal um zwei getrennte Bereiche handelte. Gedacht war der nicht mehr vorhandene dritte Gleisabschnitt für Züge aus Richtung Ostberlin, die eine bequeme Umsteigemöglichkeit für Züge aus dem Westen bieten sollten.

Die Fliesenverkleidungen an den Wänden zeigen stilisierte Palmen, die an das Pergamonmuseum in Babylon erinnern sollen. Funfact: Die Fliesen wurden dabei nur verwendet, da diese aus einer Überproduktion aus dem Bau des Berliner Pergamonmuseums in Mitte stammen.


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© 2020 by Marco Papajewski.