• Marco Papajewski

Beelitz Heilstätten - Ein Sanatorium im Wald

Die Beelitz-Heilstätten sind wahrlich der Klassiker unter den Orten, die man fotografiert haben muss, wenn man sich für alte Gemäuer mit einer mehr spannenden Historie interessiert.

Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Lungenheilanstalt südlich von Berlin diente gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderts gerade den Arbeitern aus der damaligen Reichshauptstadt als Kurort. In den modrigen und sehr feuchten Wohnungen Berlins lebte es sich zu damaligen Zeiten wahrlich schwer und so setzte man damals auf Entspannung und saubere Luft, um bereits erste Anzeichen bekämpfen zu können.


Die Heilstätten selbst ist eine aus 60 Gebäuden bestehende Anlage, die von einer Nord-Süd und Ost-West-Achse getrennt ist. Unter anderem separierte man damit die Männer von den Frauen. Auch, wenn mittlerweile nur noch wenige Gebäude für Fototouren und Expeditionen zugänglich sind, lassen sich hier viele aufregende Motive zum Fotografieren finden. Stand Juni 2019 werden im Sommer die letzten geführten Touren stattfinden. Begehbar bis zum Schluss waren das Bettenhaus der Männer, der Schwimm- und Saunabereich, sowie einige Produktionsgebäude, die den autarken Betrieb der Heilstätten sicherten sollten.


Während der Weltkriege und selbigen wurden die Heilstätten auch als Lazarett für die unterschiedlichsten Armeen genutzt. Waren es erst die Nationalsozialisten, die hier Wehrmachtssoldaten unterbrachten, beherbergten die Häuser während des Kalten Krieges Soldaten der Sowjetunion. Nach dem Ende des Eisernen Vorhangs verfiel die Anlage mehr und mehr und förderte das heutige Aussehen der Räume. Erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts fanden sich Käufer und Investoren, die die baufälligen Gebäude historisch sanierten und zu Eigentumswohnungen umbauten. Auch, wenn mit der Zeit auch die letzten Gebäude nicht mehr öffentlich zugänglich sein werden, hat man das so genannte Alpenhaus als Ruine erhalten und als Zeitdenkmal zugänglich gemacht.



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