Kriminalgericht Berlin

Das Kriminalgericht Moabit wurde in seiner jetzigen Form im Jahr 1906 fertiggestellt und der Stadt Berlin übergeben. Ganze 21 Gerichtssäle umfasst der heutige Gesamtkomplex, der wie viele andere Bauten Anfang des 20. Jahrhunderts ganz im wilheminischen Stile errichtet wurde. Unverkennbar sind die vielen barocken Elemente, die charakteristisch für Bauten dieser Zeit waren. Zu den auffälligsten Elementen des Gebäudes zählen die imposante Eingangshalle mit ihren geschwungenen Treppen und die Fresken an der Hallendecke. Auch Statuen und Abbilder der Göttin Justitia finden sich an vielen Stellen wieder.

Besonders fortschrittlich für damalige Verhältnisse war der Bau eines "geheimen" Tunnelsystems, welches die Gefangenen durch ein eigenes Gängesystem von den Verfahrungsstellen in die Gerichtsäle führt. Es sollte dafür sorgen, dass der Kontakt und die Absprache zu Zeugen und Angehörigen verringert bzw. ausgeschlossen wird. Auch immer noch eine Neuheit für die damalige Bauweise war die komplette Elektrifizierung des Gebäudes.

 

Der ursprüngliche Bau, das "alte" Strafgericht wurde bereits 1881 errichtet, jedoch im zweiten Weltkrieg zerstört. Die übriggebliebenen Ruinen und Bauten wurden im Jahr 1956 endgültig beseitig. Heute arbeiten 2.000 Personen im Gericht, darunter über 200 Richter und 300 Anwälte. Im Strafgericht Moabit gehen heute jährlich circa 60.000 Strafverfahren und rund 100.000 "sonstige Gerichtsfälle" ein; dazu zählen u.a. Strafbefehle und Vollstreckungen diversester Art. Wahrlich ein riesiger Verwaltungsapperat.

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© 2020 by Marco Papajewski.