Charité - Campus Mitte

300 Jahre medizinische Zeitgeschichte zusammen zu fassen ist nicht sonderlich leicht, deswegen versuche ich es an dieser Stelle gar nicht erst. Dennoch ist der über 300 Jahre alte Campus Mitte, in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes, ein weiteres kleines Highlight in dieser Stadt.

Öffentlich begehbar lässt sich an den vielen alten Backsteingebäuden vorbeiflanieren.

Zwei, die die Medizin nicht nur in Berlin prägten waren zweifelsfrei Rudolph Virchow, der Gründer der Zellularpathologie, und Robert Koch, der sogar den Nobelpreis für Medizin im Jahr 1905 erhielt.

Als einer von vielen weiteren berühmten Ärzten gilt zweifelsfrei auch Ernst Ferdinand Sauerbruch, dessen Rolle jedoch während des Nationalsozialismus als sehr umstritten gilt. Als Chirurg erlangte dennoch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu weltweitem Ruhm.

Schlendert man über den Campus, so ist das ebenfalls sehr bekannte Bettenhaus mit seinen 21 Etagen, welches von 1977 bis 1982 errichtet wurde. Mit 30 Stationen und über 1.000 Betten ist es auf jeden Fall ein einmaliges Gebäude deutschlandweit. Ein Gebäude, welches auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist und als Ausstellung dient, ist das Tieranatomisches Theater,welches als das älteste erhaltene Lehrgebäude Berlins gilt.

Direkt gegenüber befindet sich das Gebäude der Humanpathologie, in welchem sich ein Skelett der berühmten "Langen Kerls" befindet. Friedrich Wilhelm der I. unterhielt sich eine Armee riesiger Menschen, bei denen es als Kriterium galt mindestens 1.88cm groß zu sein. Das Ausstellungsstück in der Pathologie misst über 213cm. Auf Grund Ihres überschaubaren Erfolges und der hohen Unterhaltskosten, wurde selbige aber bereits 30 Jahre nach ihrer Einführung im Jahr 1740 wieder auf.

So oder so ist das Gelände der Charité ein Besuch wert.

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© 2019 by Marco Papajewski.